Der Aprilscherz hat keinen einzelnen Ursprung, sondern ist ein buntes Mischprodukt aus mehreren Traditionen. Oft genannt wird der französische Kalenderwechsel im 16. Jahrhundert: Als Neujahr vom 1. April auf den 1. Januar verlegt wurde, hielten manche am alten Datum fest und wurden als „Aprilnarren“ verspottet.
Dazu kommen ältere Frühlings‑ und Narrenfeste, bei denen die Welt symbolisch auf den Kopf gestellt wurde — ein idealer Nährboden für Schabernack. In Frankreich entwickelte sich später der „Poisson d’Avril“, der berühmte Aprilfisch, und in anderen Ländern entstanden eigene Varianten.
Kurz gesagt: Der 1. April ist ein historischer Sammelpunkt für Humor, Rollenwechsel und kleine Täuschungen. Ein Tag, an dem man die Welt für einen Moment nicht ganz so ernst nehmen muss.
Mittwoch, 1. April 2026 – internet24 Aprilboulevard –
Normalerweise würde an dieser Stelle ein sorgfältig konstruierter Aprilscherz stehen. Einer, der politische Absurditäten seziert, Bürokratie auf die Schippe nimmt oder die neuesten Schlagzeilen mit einem Augenzwinkern kommentiert. Aber dieses Jahr – so dachten wir – ist alles anders. Die politische Lage ist komplex, die Debatten sind hitzig, und Satire wird manchmal schneller für bare Münze genommen, als man „Faktencheck“ sagen kann.
Also beschlossen wir: Kein Aprilscherz. Nicht dieses Jahr.
Wir wollten einen ganz normalen, nüchternen Artikel schreiben. Einen, der sich ausschließlich auf Fakten stützt, ohne Ironie, ohne Übertreibung, ohne…
Moment, wir müssen kurz nachsehen, was die Redaktion hier eingefügt hat.
„Der Einsatz von Einhörnern in der Außenpolitik bleibt weiterhin umstritten.“
Aha.
Sehr sachlich.
Wir haben diesen Satz nicht geschrieben. Wir sind uns auch ziemlich sicher, dass es im letzten Koalitionsvertrag kein Kapitel über „mythische Kreaturen als diplomatische Vermittler“ gab.
Aber gut – vielleicht war das ein Copy‑Paste‑Fehler. Kann passieren. Wir wollten eigentlich weiterschreiben, doch plötzlich tauchte ein weiterer Absatz auf:
Laut internen Quellen plant ein neu gegründetes Ministerium, alle politischen Debatten künftig in Reimform zu führen, um die Stimmung zu verbessern.
Wir geben zu: Das klingt… ambitioniert. Aber wir schwören, wir haben das nicht verfasst. Wir haben sogar extra darauf geachtet, dass dieser Artikel keinerlei satirische Elemente enthält.
Und trotzdem erscheinen hier Sätze wie:
„Die Einführung einer verpflichtenden täglichen Siesta für alle Abgeordneten soll die Effizienz steigern.“
Gut, das wäre vielleicht gar nicht die schlechteste Idee. Aber es ist definitiv kein offizieller Vorschlag. Wir scrollen weiter – und finden eine Fußnote:
„Dieser Artikel wurde vom Institut für Aprilscherzforschung geprüft.“
Jetzt reicht’s.
Wir wollten wirklich keinen Aprilscherz machen. Wirklich. Aber offenbar hat der 1. April seine eigenen Regeln. Und vielleicht ist das auch gut so. Ein bisschen Humor schadet nicht – gerade in Zeiten, in denen politische Diskussionen oft schwerer wirken als nötig. Also gut. Hier ist er nun doch, der Aprilscherz, den es eigentlich nicht geben sollte.
April, April.
Quelle:
Institut für Aprilscherzforschung (IfA), gegründet am 1. April 1923, aufgelöst am 2. April 1923, wiedergegründet 2020.
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