Dienstag, 17. Februar 2026 – internet24 Faschingsboulevard –

In Köln endet der Tag oft mit der symbolischen Nubbelverbrennung, bei der die Sünden der Karnevalstage verbrannt werden.

 

🧠 Warum manche Intellektuelle radikale „Neuanfang“-Gedanken äußern

1. Intellektuelle neigen zu abstrakten, systemischen Denkmodellen

Viele Wissenschaftler denken in großen historischen Mustern:

  • „Zyklen von Aufstieg und Niedergang“
  • „Kreative Zerstörung“ (Schumpeter)
  • „Systemwechsel durch Krise“

In solchen Modellen erscheint ein radikaler Bruch manchmal als theoretisch „logisch“. Das heißt aber nicht, dass sie ihn praktisch wollen.

2. Historische Vorbilder prägen das Denken

Es gibt Beispiele, die in der Geschichtswissenschaft oft diskutiert werden:

  • Japan und Deutschland nach 1945: totale Niederlage → demokratischer Neuaufbau
  • Frankreich nach der Revolution
  • Ostdeutschland nach 1989

Manche Intellektuelle ziehen daraus die (umstrittene) These:
„Nur ein totaler Zusammenbruch ermöglicht echte Reformen.“

Das ist eine historische Interpretation, keine politische Forderung.

3. Frustration über Reformunfähigkeit

Gerade in Politik‑, Wirtschafts‑ oder Verwaltungswissenschaften hört man manchmal:

  • „Das Land ist reformresistent.“
  • „Das System blockiert sich selbst.“
  • „Evolutionäre Reformen reichen nicht mehr.“

Wenn jemand überzeugt ist, dass das bestehende System strukturell blockiert ist, erscheint ein „Neuanfang“ als theoretische Option.

4. Intellektuelle Provokation als Stilmittel

Viele Professoren formulieren bewusst provokant, um:

  • Debatten anzustoßen
  • Denkgewohnheiten aufzubrechen
  • Studierende oder Öffentlichkeit zu irritieren

Das heißt nicht, dass sie wirklich Zerstörung wollen – eher, dass sie extreme Gedankenexperimente nutzen.

5. Einfluss philosophischer Traditionen

In der Philosophie gibt es Strömungen, die radikale Brüche als notwendig sehen:

  • Marxismus („Revolution statt Reform“)
  • Kritische Theorie (Systemkritik)
  • Nietzscheanische „Umwertung aller Werte“
  • Poststrukturalismus (Dekonstruktion bestehender Ordnungen)

Wer aus solchen Traditionen kommt, denkt eher in Kategorien von „Neubeginn durch Bruch“.

🔥 Warum solche Ideen problematisch sind

Auch wenn sie theoretisch gemeint sind, haben solche Aussagen Risiken:

  • Sie können missverstanden werden als Aufruf zur Gewalt
  • Sie unterschätzen menschliches Leid, das reale Zusammenbrüche verursachen
  • Sie romantisieren historische Katastrophen
  • Sie ignorieren, dass Reformen auch ohne Zerstörung möglich sind

Viele Historiker würden sogar sagen:

Gesellschaften, die „Neuanfänge durch Zerstörung“ erleben, zahlen dafür einen extrem hohen Preis – und oft entstehen danach keine besseren Systeme.