Dienstag, 6. Oktober 2026 – internet24 Boulevard –
Japan hat das höfliche Nachbarschaftstheater satt. Unter Sanae Takaichi baut Tokio China ein Gegengewicht aus Schiffen, Deals und Geld.
Xis Trinkspruch in Washington über den Schulterschluss gegen „japanische Militaristen“ war keine Nostalgie. Er erinnerte daran, dass die UN-Charta Japan noch als Feindstaat führt. Seit 1995 obsolet, nie gestrichen. Peking holte den Passus nach Takaichis Amtsantritt im Herbst 2025 wieder hervor. Sie will ihn weg. China nennt ihn vital.
Sie vollendet, was Shinzo Abe anstiess. Der Verteidigungsetat erreicht 2 Prozent der Wirtschaftsleistung, ein Jahr früher als geplant. Die Sicherheitsstrategie von 2022 wird umgeschrieben: für ein Land, das kämpfen können muss, nicht nur protestieren, und das nicht mehr darauf wetten darf, dass Amerika immer kommt.
Die Rechnung hat sich gedreht. 2000 gab Japan mehr fürs Militär aus als China. Heute, so Sipri, gibt Peking das 5,4-Fache aus. Nordkorea hat die Bombe, und beide rücken zusammen. China drückt härter auf die Senkaku-Inseln und auf Taiwan, die Insel an den Seewegen, über die 96 Prozent der japanischen Importe laufen. Im November 2025 sprach Takaichi aus, was bisher nur gedacht wurde: Ein chinesischer Angriff auf Taiwan könne existenziell sein. Peking antwortete mit Diplomatie per Megafon. Der taiwanische Experte Alexander Huang sagt, manche in China hätten lieber Streit mit Japan als mit Taiwan.
Tokio braucht Washington trotzdem. Ken Jimbo von Rais sagt es trocken: Japan, Australien, Südkorea und Taiwan zusammen reichen gegen China nicht. Selbst mit den USA ist Überlegenheit kein Automatismus mehr.
Also spielt Takaichi doppelt. Trump bei der Stange halten: keine öffentlichen Belehrungen, mehr militärische Last, ein Investitionsversprechen über 550 Milliarden Dollar. Und allein abschrecken: Marschflugkörper, ballistische Raketen mit Reichweite bis China, mehr Befugnisse für die Selbstverteidigungskräfte, engere Verzahnung mit US-Truppen. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi hat das Atomtabu aufgemacht. Der Export tödlicher Waffen ist frei. Mitsubishi Heavy hat Thyssenkrupp bei australischen Fregatten schon ausgestochen.
Die alte Nabe-und-Speichen-Karte bekommt Seitenstrassen: Truppenabkommen mit Australien und den Philippinen, trilaterale Formate mit Australien, Neuseeland und Indonesien, und ein Dreieck Japan–USA–Südkorea, das die Kolonialgeschichte nicht killen konnte und der chinesische Druck endlich zustande brachte.
Inspirierende Quelle: NZZ pro vom 4. Oktober 2026 – https://www.nzz.ch/pro/so-kontert-japan-den-wachsenden-einfluss-chinas-in-asien-ld.10026016 – und bearbeitet mit SI (“Superintelligenz”)
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