Sonntag, 29. März 2026 – internet24 Boulevard und Zeit, sich mit der “Bösartigkeit” des Iran zu befassen!

Die Situation des Iran entstand durch eine Kombination aus historischen Traumata, ausländischer Einmischung, Revolution, Krieg, Sanktionen und ideologischer Radikalisierung in eine konfrontative politische Rolle hinein entwickelt. Die heutige Lage ist das Ergebnis vieler Jahrzehnte politischer Brüche, Gewalt und Misstrauen.

 

A – Wie es zu Irans heutiger politischen Ausrichtung kam

1. Vorgeschichte: Fremdeinfluss und Misstrauen gegenüber dem Westen

  • 1953 stürzten die USA und Großbritannien den demokratisch gewählten Premier Mohammad Mossadegh und setzten den Schah wieder ein. Dieses Ereignis gilt bis heute als Urtrauma und prägt das Misstrauen gegenüber dem Westen. Lies bitte hierzu im Teil B. dieses Artikels mehr dazu.
  • Der Schah – Mohammad Reza Pahlavi – regierte zunehmend autoritär, was zu wachsender Unzufriedenheit führte.

2. Die Islamische Revolution 1979

  • 1979 wurde der Schah gestürzt, Ayatollah Khomeini errichtete eine islamische Republik.
  • Die neue Führung definierte sich ausdrücklich anti-westlich und anti-amerikanisch, unter anderem als Reaktion auf die jahrzehntelange US-Unterstützung des Schahs.
  • Die Besetzung der US-Botschaft und die 444-tägige Geiselnahme verschärften die Feindschaft.

3. Der Iran-Irak-Krieg (1980–1988)

  • Irak griff Iran 1980 an; der Krieg forderte etwa 500.000 Tote.
  • Der Irak setzte Chemiewaffen ein, während viele westliche Staaten Saddam Hussein unterstützten. Dies verstärkte Irans Gefühl, von Feinden umgeben zu sein.

4. Militarisierung und Macht der Revolutionsgarden

  • Die IRGC (Revolutionsgarden) wurden zu einem Staat im Staat: militärisch, wirtschaftlich und politisch mächtig.
  • Sie prägen bis heute Irans aggressive Außenpolitik und innenpolitische Repression.

5. Dauerhafte Konflikte mit den USA, Israel und regionalen Rivalen

  • Iran sieht sich als Gegenpol zu den USA und Israel und unterstützt Gruppen wie Hisbollah.
  • Wiederholte Sanktionen, besonders wegen des Atomprogramms, haben das Regime weiter verhärtet.

6. Innere Krisen und Repression

  • Seit den 1990ern gab es immer wieder Massenproteste, die oft brutal niedergeschlagen wurden.
  • Wirtschaftskrisen, Korruption und Missmanagement verschärfen die Unzufriedenheit der Bevölkerung.

Warum wirkt der Iran heute „böse“?

Es ist weniger „Bösartigkeit“ als eine Mischung aus:

  • Ideologischer Staatsdoktrin (anti-westlich, religiös legitimiert)
  • Sicherheitsparanoia nach Krieg, Sanktionen und jahrzehntelanger Isolation
  • Machtinteressen der Revolutionsgarden
  • Fehlende demokratische Kontrolle
  • Repression gegen die eigene Bevölkerung

Viele Iraner sind selbst Opfer dieses Systems und wünschen sich Reformen oder einen politischen Wandel.

Bleiben wir am Ball –

B – Warum stürzten die USA und Großbritannien Mossadegh 1953?

Die USA und Großbritannien stürzten Mossadegh 1953 vor allem, weil er die iranische Ölindustrie verstaatlichte und damit britische Wirtschaftsinteressen massiv bedrohte. Gleichzeitig fürchteten die USA im Kalten Krieg, dass der Iran instabil werden und in den Einflussbereich der Sowjetunion geraten könnte.

1. Der zentrale Auslöser: Verstaatlichung des iranischen Öls

  • Mossadegh setzte 1951 die Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company (AIOC) durch.
  • Die AIOC (heute BP) hatte jahrzehntelang quasi ein Monopol auf iranisches Öl und schöpfte enorme Gewinne ab, während Iran nur geringe Einnahmen erhielt.
  • Großbritannien verlor dadurch eine seiner wichtigsten strategischen und wirtschaftlichen Ressourcen.
  • London wollte Mossadegh unbedingt entfernen.

2. Britische Reaktion: Embargo und Putschpläne

  • Großbritannien verhängte ein Ölembargo, zog seine Fachkräfte ab und brachte den Iran wirtschaftlich an den Rand des Bankrotts.
  • Als Mossadegh nicht nachgab, entwickelten britische Geheimdienste Operation Boot, einen Plan zum Sturz der Regierung.

3. Die Rolle der USA: Kalter Krieg und Angst vor Kommunismus

  • Anfangs war die US-Regierung unter Truman gegen einen Putsch und sah Mossadegh eher positiv.
  • Doch mit der wirtschaftlichen Krise wuchs im Iran der Einfluss der kommunistischen Tudeh-Partei.
  • Unter Präsident Eisenhower änderte sich die US-Position: Man befürchtete, der Iran könne in Richtung Sowjetunion kippen.
  • Die CIA schloss sich den britischen Plänen an und führte gemeinsam mit MI6 die Operation TPAJAX durch.

4. Interne Gegner Mossadeghs

Neben der ausländischen Einflussnahme gab es auch iranische Akteure, die Mossadegh stürzen wollten:

  • Der Schah, der seine Macht bedroht sah
  • Teile des Militärs
  • Konservative Geistliche

Diese Gruppen unterstützten oder tolerierten den Putsch, weil sie Mossadeghs Reformkurs ablehnten.

5. Beginn des Dramas – Iran 1953

Der Putsch von 1953 war das Ergebnis einer Mischung aus geopolitischen Interessen, wirtschaftlichen Motiven und innenpolitischen Konflikten.

  • Großbritannien wollte sein Öl zurück.
  • Die USA wollten den Iran im Kalten Krieg nicht verlieren.
  • Interne Eliten wollten Mossadeghs Macht brechen.

Diese Ereignisse prägen das iranische Misstrauen gegenüber dem Westen bis heute.

 

 

 

 

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Quellen:
https://www.aljazeera.com/news/2026/1/13/a-timeline-of-crises-faced-by-iran-since-1979
https://iranprimer.usip.org/resource/timeline-irans-political-events
https://link.springer.com/article/10.1007/s44282-025-00247-9

Iran’s Enduring Crises: A Comprehensive Timeline from the 1979 Revolution to Recent Conflicts


https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_Islamic_Republic_of_Iran