Sonntag, 11. Januar 2026 – internet24 Boulevard – Iran im Bürgerkrieg?

Die aktuellen Proteste im Iran entstehen aus einer Mischung aus wirtschaftlicher Not, politischer Repression und wachsender Hoffnung auf eine Alternative – weshalb Teile der Bevölkerung heute sogar den Namen Reza Pahlavi rufen, obwohl sein Vater 1979 gestürzt wurde.

Reza Pahlavi, geboren am 31. Oktober 1960 in Teheran, später Reza Pahlavi II., ist ein iranischer Politiker. Er ist der älteste Sohn des ehemaligen Schahs von Iran (Schah von Persien), Mohammad Reza Pahlavi, und der ehemaligen Kaiserin Farah Pahlavi. Er war der designierte Kronprinz. Er ist der Enkelsohn von Reza Schah Pahlavi, dem Begründer der Pahlavi-Dynastie. Nach dem Verlust des Pfauenthrons während der sogenannten Islamischen Revolution im Jahre 1979 blieb Reza Pahlavi II., der bereits zuvor im Rahmen seiner Ausbildung Iran verlassen hatte, außerhalb seiner Heimat. Nach Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Marokko und Ägypten lebt er seit 1984 erneut in den Vereinigten Staaten – in Great Falls (Virginia) und Washington.

 

🇮🇷 Warum riskieren Menschen im Iran ihr Leben – und warum rufen manche nach einem Monarchen?

🔥 1. Ausgangspunkt der Proteste

  • Die Proteste begannen Ende Dezember und Januar in Teheran und breiteten sich rasch auf viele Städte aus.
  • Auslöser war die massive wirtschaftliche Krise: Inflation, Währungsverfall, Arbeitslosigkeit und Versorgungsengpässe.
  • Die Regierung reagierte mit Internetabschaltungen, Festnahmen und Gewalt; dutzende Menschen wurden getötet, tausende verhaftet.

🛑 2. Warum die Menschen trotz Lebensgefahr protestieren

  • Politische Repression: Seit Jahrzehnten herrscht ein autoritäres theokratisches System, das Meinungsfreiheit, Frauenrechte und politische Opposition unterdrückt.
  • Verlust der Hoffnung: Viele Iraner glauben, dass Reformen innerhalb des Systems unmöglich sind.
  • Generationenwechsel: Die Mehrheit der Bevölkerung ist nach 1979 geboren und hat keine eigene Erinnerung an die Monarchie – aber sehr wohl an 40+ Jahre islamischer Republik.
  • Symbolische Wut: Slogans richten sich direkt gegen den Obersten Führer Ali Khamenei und das gesamte System.

👑 3. Warum rufen manche nach Reza Pahlavi?

Laut mehreren Berichten rufen Demonstranten Slogans wie „Javid Shah“ („Lang lebe der König“) oder „Pahlavi wird zurückkehren“.

Die Gründe:

a) Sehnsucht nach einer Alternative

  • Zum ersten Mal seit Jahren artikulieren die Menschen nicht nur, was sie nicht wollen, sondern auch, was sie stattdessen wollen.
  • Reza Pahlavi wird von manchen als Symbol für einen säkularen Staat gesehen, nicht zwingend als absoluter Monarch.

b) Nostalgie – oder Projektion?

  • Viele verbinden die Pahlavi-Ära mit:
    • wirtschaftlicher Stabilität
    • stärkerer Öffnung zum Westen
    • weniger religiöser Kontrolle
  • Diese Wahrnehmung ist oft idealisiert, aber politisch wirksam.

c) Pahlavis aktive Rolle im Exil

  • Reza Pahlavi ruft öffentlich zu Protesten auf und präsentiert sich als Stimme der Opposition.
  • Er fordert ein säkulares, demokratisches System, nicht zwingend die Rückkehr der Monarchie.

d) Die Ironie der Geschichte

  • 1979 stürzten Millionen den Schah – heute rufen manche nach seinem Sohn.
  • Das zeigt weniger eine Rückkehr zur Monarchie als vielmehr die tiefe Verzweiflung über das aktuelle Regime.

✍️ Verschiedene Positionen zur Frage „Warum rufen Iraner nach einem Monarchen?“

🟦 1. Position: „Die Monarchie steht für Stabilität und Modernität“

  • Befürworter argumentieren, dass die Pahlavi-Ära wirtschaftlich erfolgreicher war.
  • Sie sehen Reza Pahlavi als Symbol für einen modernen, säkularen Staat.
  • Die Monarchie sei nicht das Ziel, sondern ein Vehikel für einen Neuanfang.

🟥 2. Position: „Das ist reine Verzweiflung – keine echte Monarchiebewegung“

  • Kritiker sagen: Die Menschen rufen nach irgendeiner Alternative, nicht speziell nach einem König.
  • Die Pahlavi-Nostalgie sei eine Projektion, weil es keine organisierte Opposition im Land gibt.
  • Viele Iraner wollen Demokratie, nicht Monarchie.

🟩 3. Position: „Reza Pahlavi ist der einzige international sichtbare Oppositionsführer“

  • Er ist medial präsent, spricht Englisch, hat Kontakte zu westlichen Regierungen.
  • In einem Land ohne freie Parteien wird er automatisch zur Figur der Hoffnung.
  • Seine Rolle ist eher die eines Übergangsfigurenkopfes.

🟨 4. Position: „Die Rückkehr der Monarchie wäre ein historischer Fehler“

  • Diese Sicht betont, dass die Pahlavi-Dynastie selbst autoritär war.
  • Eine Rückkehr würde alte Konflikte wiederbeleben.
  • Die Zukunft müsse in einer republikanischen Demokratie liegen.

🟪 5. Position: „Die Rufe nach Pahlavi sind ein kulturelles Signal, kein politisches“

  • „Javid Shah“ wird teils als Slogan der Rebellion genutzt, nicht als ernsthafte Forderung.
  • Ähnlich wie in anderen Protestbewegungen werden historische Symbole genutzt, um Einheit zu schaffen.

 

 

 

 

 

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