Samstag, 3. Januar 2026 – internet24 Boulevard –

🌍 Geopolitische Folgen des US‑Angriffs auf Venezuela

Analyse basierend auf aktuellen Berichten über Explosionen in Caracas, den bestätigten US‑Militäreinsatz und die Festnahme von Nicolás Maduro.

1️⃣ Regionale Machtverschiebung in Lateinamerika

🇺🇸 Stärkung der US‑Dominanz

Die USA haben mit diesem Angriff demonstriert, dass sie bereit sind, in ihrer „Hinterhofregion“
wieder militärisch zu handeln – etwas, das seit Jahrzehnten politisch heikel war.
Das setzt ein Signal an Staaten wie Kuba, Nicaragua, Bolivien und andere, die sich geopolitisch von
Washington entfernt haben.

🇧🇷🇨🇴 Reaktionen der Nachbarstaaten

Brasilien und Kolumbien – traditionell US‑Partner – werden sich vermutlich enger an Washington binden,
um Stabilität zu sichern. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass Venezuela zum regionalen Konfliktherd wird,
falls Teile des Militärs Widerstand leisten.

2️⃣ Globale Dimension: Russland, China und Iran

🇷🇺 Russland

Russland ist einer der wichtigsten Unterstützer Venezuelas. Der Sturz oder die Festnahme Maduros ist ein
strategischer Verlust für Moskau: Verlust eines geopolitischen Brückenkopfs in der westlichen Hemisphäre,
Verlust von Milliardeninvestitionen in Öl und Infrastruktur und eine Schwächung des russischen Einflusses
in Lateinamerika. Eine direkte militärische Reaktion ist unwahrscheinlich, aber diplomatische und
wirtschaftliche Gegenmaßnahmen sind sicher.

🇨🇳 China

China hat Venezuela massiv Kredite gewährt und Ölgeschäfte abgesichert. Ein Regimewechsel könnte bedeuten:
Neuverhandlung oder Verlust chinesischer Kredite sowie eine Schwächung des chinesischen Einflusses in der
Region. China wird protestieren, aber ähnlich wie Russland kaum militärisch eingreifen.

🇮🇷 Iran

Der Iran nutzte Venezuela als Partner gegen US‑Sanktionen, etwa bei Öl, Technologie und
Geheimdienstkooperation. Dieser Kanal könnte nun wegbrechen – ein strategischer Rückschlag für Teheran.

3️⃣ Energie‑ und Rohstoffmärkte

Venezuela besitzt die größten Ölreserven der Welt. Ein Machtwechsel könnte kurzfristig zu Preissprüngen
wegen Unsicherheit führen, mittelfristig aber zu stärkerer US‑Kontrolle über venezolanisches Öl.
Das könnte die Dynamik innerhalb der OPEC verändern, während die USA versuchen könnten, Venezuela wieder
stärker in westliche Lieferketten einzubinden.

4️⃣ Risiko eines Guerillakriegs oder Bürgerkriegs

Auch wenn Maduro laut Berichten festgenommen wurde, heißt das nicht, dass das System zusammenbricht.
Venezuela hat starke paramilitärische Gruppen, kolumbianische Guerilla‑Netzwerke im Grenzgebiet und
ein Militär, das teilweise loyal zu Maduro ist. Ein asymmetrischer Konflikt ist möglich – ähnlich wie in
Irak oder Libyen nach dem Sturz der Regierung.

5️⃣ Internationale Rechtsordnung

Der Angriff der USA wird weltweit als Bruch internationaler Normen wahrgenommen: ein Angriff ohne
UN‑Mandat und die Festnahme eines amtierenden Präsidenten eines souveränen Staates. Das könnte
autoritäre Staaten enger zusammenschweißen, die globale Ordnung weiter fragmentieren und die USA
international einerseits isolieren, andererseits aber ihre Bereitschaft zur Machtausübung demonstrieren.

6️⃣ Europa und Deutschland

Europa steht vor einem Dilemma: Einerseits lehnt die EU militärische Interventionen ohne Mandat ab,
andererseits war Maduro international kaum anerkannt. Deutschland und die EU werden vermutlich versuchen,
diplomatisch zu deeskalieren, humanitäre Hilfe vorzubereiten und Sanktionen neu zu bewerten.
Ein erneuter Anstieg des Flüchtlingsstroms aus Venezuela ist möglich.

🧭 Kurzfazit

Bereich Folgen
🌎 Regionale Ordnung USA stärken Dominanz, Risiko regionaler Instabilität
🌐 Großmächte Russland und China verlieren Einfluss, reagieren diplomatisch
🛢️ Energie Kurzfristige Unsicherheit, langfristig stärkere US‑Kontrolle möglich
⚔️ Sicherheit Gefahr eines Guerillakriegs oder Machtvakuums
⚖️ Internationale Ordnung Normbruch, neue Spannungen zwischen Machtblöcken
🇪🇺 Europa Diplomatische Gratwanderung, humanitäre Verantwortung