Freitag, 31. Julli 2026 – internet24 Kriegsboulevard –
Ceuta (und auch Melilla) ist seit Jahren einer der sensibelsten und am stärksten unter Druck stehenden Grenzpunkte der EU. Die spanische Exklave liegt direkt an der marokkanischen Grenze und ist ein klassisches Einfallstor für irreguläre Migration aus Nordafrika und der Sahelzone.
Es gibt klare Präzedenzfälle:
Mai 2021: Innerhalb weniger Tage kamen rund 8.000 Menschen über die Grenze (viele davon schwimmend oder über die Mole von El Tarajal). Damals ließ Marokko die Grenzkontrollen bewusst lockern – als Reaktion auf diplomatische Spannungen mit Spanien (Aufnahme des Polisario-Führers Brahim Ghali).
Seither kommt es immer wieder zu Wellen, bei denen Marokko die Intensität der Grenzsicherung als politisches Druckmittel nutzt.
Aktuell (Stand 31. Juli 2026) erleben wir wieder eine massive Welle: Tausende (die Zahlen schwanken stark – von einigen Tausend bis zu Angaben von bis zu 60.000 durch den Ceuta-Präsidenten Juan Jesús Vivas) sind in kurzer Zeit über Land und vor allem schwimmend eingedrungen. Die Aufnahmekapazitäten sind zusammengebrochen, das Militär wurde mobilisiert, und ein Teil der Ankömmlinge kehrt bereits wieder nach Marokko zurück.
Was macht die Situation vorhersehbar?
Die geografische Lage (kurze Schwimmdistanz, relativ leicht überwindbare Abschnitte). Die Abhängigkeit Spaniens/der EU von marokkanischer Kooperation bei der Grenzüberwachung.
Wiederkehrende diplomatische Spannungen und die Tatsache, dass Migration hier regelmäßig als Hebel eingesetzt wird. Steigende Ankunftszahlen schon in den Monaten davor.
Dass es genau jetzt und in diesem Ausmaß passiert, hängt von aktuellen politischen Konstellationen ab (Beziehungen Spanien–Marokko, innenpolitische Lage in beiden Ländern usw.). Dass aber immer wieder solche Krisen drohen, war und ist absehbar – das haben die Ereignisse der letzten Jahre klar gezeigt.Kurz gesagt: Die strukturellen Probleme an der Ceuta-Grenze sind altbekannt. Die Frage war eher wann und wie heftig, nicht ob.
