Freitag, 26. Juli 2024 – internet24 Jadarfluss-Boulevard

Wo fangen wir an? Bei der Örtlichkeit – ab nach Serbien in das Jadartal:

Die Region Jadar beginnt ungefähr bei Osečina und ist in zwei Unterregionen unterteilt: Obere Jadar, die Teil der viel größeren Region Rađevina ist, und Untere Jadar, die auch Teil einer anderen, größeren Region Podrinje ist.

Zur Sache Kollege, frisch von der Homepage von “Rio Tinto” (Die Rio Tinto Group ist ein börsennotiertes Bergbauunternehmen mit Sitz in London und Melbourne):

Im Januar 2022 hat die serbische Regierung den Raumplan für das Lithium-Borat-Projekt Jadar aufgehoben und unsere Lizenzen im Zusammenhang mit dem geplanten Lithium-Borat-Projekt widerrufen.

Wir glauben, dass das Jadar-Projekt das Potenzial hat, ein Weltklasse-Asset zu werden, das als Katalysator für die Entwicklung anderer Industrien und Zehntausende von Arbeitsplätzen für gegenwärtige und zukünftige Generationen in Serbien wirken könnte, während es gleichzeitig nachhaltig Lithiumcarbonat in Batteriequalität produziert, ein Material, das für die Energiewende von entscheidender Bedeutung ist.

Wir konzentrieren uns auf die Konsultation aller Beteiligten, einschließlich der Bereitstellung umfassender sachlicher Informationen über das Projekt. Wir glauben, dass ein auf Fakten basierender öffentlicher Dialog notwendig ist, um sicherzustellen, dass alle Optionen im Zusammenhang mit der Zukunft des Projekts berücksichtigt werden.

Wir sind außerdem langjährige Landbesitzer und haben Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde und den Lieferanten eingegangen. Wir werden unseren Verpflichtungen auch weiterhin nachkommen, obwohl unsere Genehmigungen und Lizenzen aufgehoben wurden.

Jetzt sind wir schon mittendrin!

Seit der serbische Präsident Aleksandar Vucic Mitte Juni in einem Interview andeutete, dass die Lithiumvorkommen im Jadar-Tal erschlossen werden könnten, geht es Schlag auf Schlag. Vergangene Woche erklärte das serbische Verfassungsgericht einen Regierungserlass von 2022 für ungültig, der dem Abbauprojekt des Bergbaukonzerns Rio Tinto die Grundlage entzogen hatte.

Und nun, kommt der “kleine Schlumpf” auf die Bühne:

In Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz, Serbiens Präsident Aleksandar Vucic und EU-Kommissionsvize Maros Sefcovic wurde in Belgrad eine Absichtserklärung unterzeichnet, die eine umweltverträgliche Förderung des knappen und weltweit extrem begehrten Leichtmetalls im westserbischen Jadar-Tal ermöglichen soll.

Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht!

Die örtliche Mehrheit der Bevölkerung und Umweltgruppen sind gegen das Projekt!

 

Trotz der wirtschaftlichen Bedeutung des Projekts ist der Widerstand dagegen in Serbien gross. Vor zwei Jahren protestierten während Monaten zivilgesellschaftliche Organisationen gegen das Vorhaben im westserbischen Jadar-Tal.

Warum das alles?

Für Serbien handelt es sich um die größte ausländische Direktinvestition seiner Geschichte. Ziel der Regierung in Belgrad ist es, eine Wertschöpfungskette für Elektromobilität vom Abbau des Rohstoffs bis zur Batteriefertigung aufzubauen. Das bedeutet Staatseinnahmen, Arbeitsplätze und Investitionen, die Vucic auf sechs Milliarden Euro schätzte. Unter anderem habe Scholz ihm versichert, dass in Serbien auch eine Batterie-Fabrik entstehen werde.

Herje – Serbien will also doch nach Europa, nicht nach Rußland oder China und das kleine Kosovo – auch dort viele Rohstoffe ungenutzt im Boden – gehört sowieso zu Serbien! Und das – liebe geneigte Leser von internet24 Boulevard – das alles nur für eine funktionierende und preisgünstige Wertschöpfungskette – also alles für unsere Wirtschaft! So funktioniert das!

 

  • Zur Sache Lithium – Serbien und Wirtschaft 2024:
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/scholz-serbien-lithium-102.html
    https://www.nzz.ch/international/lithium-bruessel-und-berlin-umwirben-serbien-als-partner-fuer-green-deal-ld.1840352
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium
    https://www.riotinto.com/en/operations/projects/jadar

 

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