Samstag, 15. Oktober 2022 – internet24 im Hochlandboulevard –

Abendessen im Dagestan-Gebirge. Kaukasisches Bergdorfleben

 

Die Republik Dagestan (russisch Республика Дагестан Respublika Dagestan) ist seit 1991 eine russische Republik im Nordkaukasus im südlichen Teil Russlands.

Weiter heiter berichtet uns Wiki:

Zu den einheimischen Ethnien mit nordostkaukasischen Sprachen gehören rund 77 % der Bewohner. Darunter sind mit den Awaren, Darginern, Lesgiern, Laken und Tabassaranen Volksgruppen mit jeweils deutlich über 100.000 Menschen. Zur Gruppe der Turkvölker gehören die Kumyken, Aserbaidschaner und Nogaier. Sie zählen zusammen über 600.000 Personen und somit etwas mehr als ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.

Die früher zahlreichen Taten, Juden und Bergjuden (in Dagestan meistens alternative Selbstbezeichnungen derselben Bevölkerungsgruppe tatischer Sprache und jüdischer Religion mit autochthonen bergjüdischen Traditionen, was die Schwankungen in der Statistik erklärt) sind großteils abgewandert, vorwiegend nach Israel. Der Anteil der in Dagestan lebenden Russen ging ebenfalls stark zurück, sowohl auf Grund einer niedrigeren Geburtenrate, als auch auf Grund von Abwanderung durch die schlechtere Wirtschafts- und Sicherheitslage. Waren Anfang der 1960er-Jahre rund 20 % der Bevölkerung Dagestans Russen (zur Mehrheit seit dem 19. Jahrhundert, teilweise in der Stalinzeit angesiedelt), sind es heute weniger als 4 % (rund 104.000 Menschen). Inzwischen hat sich ihre Zahl jedoch etwas stabilisiert. Fast alle anderen Volksgruppen verzeichneten durch Bevölkerungswachstum einen stetigen Zuwachs.

Die größeren Städte Dagestans verfügen in der Regel über eine gemischte Bevölkerung und ziehen Migranten aus den ländlichen Teilen Dagestans an. Die meisten Volksgruppen leben allerdings bis heute in ihren traditionellen Siedlungsgebieten, in denen sie die Mehrheit der Bevölkerung bilden, während sie in anderen Teilen Dagestans fast gar nicht vertreten sind. Viele der Rajons in Dagestan wurden so angelegt, dass sie, zumindest weitgehend, mit traditionellen Siedlungsgebieten der einheimischen Völker übereinstimmen und daher oft über eine ethnisch homogene Bevölkerung verfügen. So leben etwa die Nogaier hauptsächlich im Nogaiski rajon in Norddagestan, wo sie 87 % der Bevölkerung ausmachen. Aserbaidschaner sind hauptsächlich in und um Derbent herum ansässig, während sich das Hauptsiedlungsgebiet der Awaren im Südwesten Dagestans findet. Tschetschenen leben in und um Chassawjurt und Lesgier in den südlichsten Rajons an der Grenze zu Aserbaidschan.

In sowjetischer Zeit begann schon im Bürgerkrieg eine verstärkte Ansiedlung von Bergbewohnern im Vorland, um die dicht bevölkerten Berggebiete zu entlasten und die rebellische Bevölkerung besser kontrollieren zu können, was ab 1928 verstärkt betrieben wurde und wobei auch die traditionelle Winterweidewirtschaft ganzer Dörfer während der Zwangskollektivierung verboten wurde und feste Wohndörfer der Bergethnien im Bergland oder Vorland verpflichtend wurden. Ca. 1944–53 folgt eine Reihe weiterer, meist zwangsweise Dorfumsiedlungen, oft von Stalin selbst angeordnet. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, verstärkt ab Ende der 1960er-Jahre kamen dazu zahlreiche individuelle Umzüge aus den wenig durch Infrastruktur erschlossenen Bergdörfern in besser entwickelte Teile Dagestans, besonders die Städte. Besonders in den von Russen, Nogaiern, Kumyken und Aserbaidschanern bewohnten Gebieten Dagestans am Rand des Gebirges führte die Ansiedlung von Awaren, Darginern und anderen Bergbewohnern zu einer Änderung der Bevölkerungszusammensetzung und es entstand ein komplexes ethnisches Mosaik im Gebirgsvorland, was in den 1990er Jahren auch zu Spannungen und Übergriffen zwischen nationalistischen Bewegungen der Kumyken, Nogaier und Aserbaidschaner und denen der Gebirgsethnien führte, diese Konflikte ebbten Ende des Jahrzehntes weitgehend ab, teilweise konnten sie durch politische Kompromisse gelöst werden.

Die Russen in Dagestan lebten traditionell in den großen Städten, besonders im Großraum Machatschkala-Kaspijsk, wo sie bis Anfang der 1960er-Jahre die Bevölkerungsmehrheit bildeten. Ihr zweites Zentrum in Dagestan bildete die Stadt Kisljar im nördlichen Landesteil, mit den angrenzenden Bezirken Tarumowka und Kisljarski rajon. Dieses Gebiet, das erst 1938 an Dagestan angeschlossen wurde und bis dahin zur Region Stawropol gehörte, ist der einzige Teil Dagestans in dem Russen auch in ländlichen Gebieten traditionell die Mehrheit bildeten. Die dortige russische Bevölkerung führte ihre Herkunft meist auf die Terekkosaken zurück und konnte auf eine wesentlich längere Siedlungsgeschichte in der Region verweisen als die in den Industrie- und Großstädten lebenden Russen, die oft erst Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zugezogen waren. Durch starke Zuwanderung aus den Gebirgsregionen Dagestans verloren die Russen aber auch in ihren traditionellen Siedlungsgebieten um Kisljar Anfang der 1980er-Jahre die Bevölkerungsmehrheit. In der Stadt Kisljar selbst bildeten sie noch bis etwa 2000 die Bevölkerungsmehrheit und sind bis heute die größte Volksgruppe der Stadt.

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs gab es in Dagestan auch eine kleine Minderheit Russlanddeutscher. Die Mehrheit von ihnen waren Mennoniten, Siedlungsschwerpunkt war die Region um Babajurt, wo es über 40 deutsche Siedlungen gab und Deutsche 1939 über 10 % der Bevölkerung ausmachten. 1941 wurden 7306 Deutsche aus Dagestan nach Sibirien deportiert, nahezu die gesamte Minderheit. Nur ein kleiner Teil von ihnen kehrte ab 1956 wieder in ihre alte Heimat zurück. 2010 lebten weniger als 200 Deutsche in Dagestan.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Dagestan

 

 

.